PK – 16.05.2017 – Melancholie mit Maultaschen

Kjellvander bei Horchenswert-Horch-Reihe

Kjellvander

SCHWEDISCHEN INDIE-FOLK spielte Christian Kjellvander am Sonntag in der Maultaschen-
Manufaktur.
Foto: Donn

In seiner Heimat ist der Indie-Country-Folk-S√§nger l√§ngst bekannt: Die Alben von Christian Kjellvander finden sich regelm√§√üig in den schwedischen Charts. Am Sonntag ist der 41-J√§hrige in Pforzheim aufgetreten. Nicht in einem Saal gab der K√ľnstler sein Konzert, sondern in Evis und Kalis Maultaschen-Manufaktur in der Kronprinzenstra√üe 30. Die ist an sich nicht f√ľr Konzertauff√ľhrungen bekannt, gerade das macht sie zum idealen Ort, da die ‚ÄěHorchenswert-Horch!‚Äú-Konzertreihe¬†auf au√üergew√∂hnliche Veranstaltungsorte setzt: leere Villen, Fabriken und √Ąhnliches. Eintrittskarten werden nicht verkauft, wer dabei sein m√∂chte, muss sich per Mail an gaesteliste@horchenswert.de anmelden und bekommt erst kurzfristig, zwei Tage vorher, Ort und Zeitpunkt des n√§chsten Konzerts mitgeteilt. Das Ganze hat etwas Verschw√∂rerisches, sagt ‚ÄěErfinder‚Äú Chris Basanowsky. Der Lehrer ist begeisterter Konzertg√§nger und hat im Laufe der Jahre gute Kontakte zur Musikszene aufgebaut. ‚ÄěIch habe mir gedacht, gute Konzerte sollte es auch in Pforzheim geben.‚Äú Unterst√ľtzung f√ľr sein Vorhaben fand er bei J√∂rg Schneider vom Verein Musikerinitiative¬†Pforzheim und Enzkreis, der f√ľr die Logistik und Finanzierung sorgt. Denn die K√ľnstler, alles Profis, die auf Konzerttour einen Abstecher nach Pforzheim machen, m√ľssen bezahlt werden.

Konzerte finden in besonderer Umgebung statt

Da statt Eintritt um eine Spende gebeten wird, bleibt das Risiko an der Initiative h√§ngen. ‚ÄěAm Anfang mussten wir draufzahlen‚Äú, gesteht Schneider. Inzwischen habe sich die Zahl bei hundert Besuchern eingependelt und die Spenden reichen aus.
Was passiert, wenn sich mehr Menschen f√ľr ein Konzert interessieren, als es Pl√§tze gibt? ‚ÄěDas ist bisher noch nicht vorgekommen, aber dann wird gelost,‚Äú erkl√§rt Schneider. Am Sonntagabend reichte der Platz. In intimer Atmosph√§re f√ľhlten sich die schwedischen K√ľnstler wohl. Kjellvander hatte als Begleitung am Keybord Pelle Andersson dabei, au√üerdem gab Martin Hasselgren als ‚ÄěBoy Omega‚Äú einige Lieder zum Besten. Beide S√§nger begeisterten mit melancholischen Balladen. Eine perfekte technische Unterst√ľtzung sorgte daf√ľr, dass der Eindruck einer gro√üen Band entstand. ‚ÄěBei uns treten immer nur ein bis zwei Personen auf‚Äú, stellt Basanowsky klar. ‚ÄěMehr Platz haben wir meist nicht.‚Äú

Ulla Donn-von Yrsch

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